How to become a „LaufCampus Trainer“

Manchmal hasse ich mich für mein Hobby. Und zwar so richtig!

Stelle ich mir an einem Donnerstag doch freiwillig um 3:30 Uhr den Wecker, nur um 350km mit dem Auto nach Euskirchen zu fahren. Völlig bescheuert. Sagt auch mein female influencer.

Ich habe ein Seminar gebucht, ein Lauftrainerseminar. Was auch sonst, ihr kennt mich 😉 Innerhalb von 2 intensiven Tagen möchte ich die Grundlagen für meine Lauftrainerlizenz erwerben. Bei Andreas Butz und seiner Academy laufcampus.de Witzig. Andreas trägt den Mädchennamen meines female influencer. Das war es dann mit der namentlichen Einzigartigkeit.

Um 4:15 Uhr bin ich auf der Autobahn. Ziel ist „Maria Rast“, das Säkularinstitut der Schönstätter Marienschwestern. Ich sage es Euch direkt, kovertiert bin ich natürlich nicht. Aber die Marienschwestern betreiben in der Nähe von Euskirchen u.a. eine Bildungsstätte in wunderschönen Räumlichkeiten. Und für diese Räume hat sich die LaufCampus Akademie entschieden, um hier ihre Seminare, Trainings und Meetings durchzuführen. Hier werde ich auch übernachten, in einem winzigen ehemaligen Schwesternzimmer unterm Dach. Charmant und reizend. Genau wie die Schwestern.

Ich werde nicht enttäuscht. Beim Ankommen ist bereits die Sonne am Himmel und strahlt mich mit voller Wucht an.

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Eins ist klar, wenn Du bei einem solch fantastischen Wetter an einer so wunderschönen Location mitten in der Natur empfangen wirst, dann wird es ein erfolgreiches Seminar. Und genau so wird es sein.

Ich lerne schnell einen Teil der weiteren Teilnehmer kennen, merke sofort, dass wir eine bunte Mischung völlig unterschiedlicher Charaktere sind …. mit der Gemeinsamkeit, dass uns die Begeisterung am Laufsport verbindet.

Namensschild geschnappt und ab in die erste Reihe…. nicht weil ich streben will, sondern um möglichst nah am Trainer mein neues Wissen aufzusaugen.

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Und es geht los. Andreas und Armand begleiten und coachen uns durch die zwei Tage. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen: Andreas reizende Frau GISELA wird uns mittags eine Auswahl ihrer vitalen Läuferküche präsentieren. Nicht, dass die Ordensschwestern schlecht kochen, aber Läuferkost ist Läuferkost. Und bei Butz@home hat das Ganze auch noch diese unverwechselbar, persönliche Note.

Alles wird dabei sein: spannende, praxisnahe Theorie; reflektierende Selbstanalyse; ein Trainerteam mit Entertainerqualitäten; aktive Praxisphasen auf der Tartanbahn und die Anwendung von Analysetools.

Es geht raus an die Luft, wir alle brennen schon auf den ersten der zwei Praxisteile. Diese finden im 5km entfernten Stadion statt. Egal, wer kein Auto hat fährt bei anderen mit. Auch bei Andreas im Auto. Null Berührungsängste zwischen Trainer und Seminarteilnehmern. Null! Mittendrin statt nur die „Lehrenden“. Auch dies ist ein Grund, warum wir alle an diesem Tag sofort zueinander gefunden haben. Beide verbreiten dieses unkomplizierte Seminargefühl. Ob Andreas und Armand immer das Glück haben, eine solch homogenen Seminartruppe betreuen zu dürfen?

Es ist herrlich auf der Bahn….wir starten mit den Basics des Trainings. AUFWÄRMEN/LOCKERN. Die Sonne wärmt zwar auch, aber das nutzt niemand für sich aus. EINLAUFEN. Eine große Runde ums Stadion. Möglichst laaaaangsam. Laaaaangsam. Wir nutzen die Zeit, um uns Kennenzulernen.

LAUFSTILANALYSE. Da jeder von uns sein eigener Proband ist, werden auch von jedem Seminarteilnehmer Videoaufnahmen seiner Fußarbeit und seines Abrollverhalten gemacht.

Alte Hacke, ich bin Hackenläufer….nein, ich bin Fersenfußläufer! Das hört sich zwar besser an, ist im Ergebnis aber genauso übel. Übrigens trifft das bei 90% der Seminarteilnehmer zu. Erstaunlich. Selbst die ganz ambitionierten Läufer in der Gruppe sind….Fersenfußläufer! Eigentlich will niemand ein Fersenfußläufer sein. Fersenfußläufer sind die EBike Mountainbiker der Laufszene. EBike Mountainbiker will auch niemand sein. Shit happens.

Natürlich ist es nicht ganz so schlimm. 😉 Und selbstverständlich kann jeder Fersenfußläufer durch gezieltes Training zum Mittelfußläufer werden… Das kann auch eines unserer persönlichen Laufziele werden…. schaun wir mal 😉

LC1000 TEST. Laufdiagnostik zur Maximalherzfrequenzbemessung und zur Definition der individuellen Herzfrequenzbereiche. Eins ist klar: vergesst direkt alle jemals gehörten statischen Formeln zur Maximalherzfrequenzbemessung.

  • 220-Lebensalter = Hfmax. Quatsch!
  • 220-Lebensalter + 10. Ungenau!
  • 214 – (0,5 • Lebensalter (in Jahren)) – (0,11 × Körpergewicht (in Kilogramm))… hey, ich bin kein promovierter Mathematiker, jetzt ist aber gut!

Firlefanzbestimmungsgleichungen. Nach der Laufcampusmethode geht’s so richtig: Warmlaufen, 2 Minuten Kurzregeneration und dann 1000m Vollspeed auf der Tartanbahn, als gebe es kein Morgen. Dank Multitasking beim Zieleinlauf auf den Puls und auf die benötigte Zeit geschaut und im Kopf abgespeichert. Oder auf’m Zettel. Egal, Hauptsache Ihr lächelt dabei. Als (Leistungs-)Puffer noch mal 5 Schläge drauf (Ihr habt eben doch nicht alles gegeben), dann habt Ihr …..Eure Hfmax. Diese ist die elementare Grundlage Eurer Trainingsbereiche und Eurer Trainingspläne! Also strengt Euch bei den 1000m gefälligst richtig an! Ihr tut es für Euch und Euren Trainigserfolg.

Da wir uns ja verdammt gerne bewegen erfolgt abschließend das obligatorische AUSLAUFEN. „Immer schön aussen,“ ruft uns Armand zu. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen, da laufen wir doch direkt mal GANZ AUSSEN.

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„Mittach!“, ruft Andreas über den Platz. Wie schon erwähnt geht es nun dahin, wo die vitale Läuferküche am besten schmeckt, es geht in die die läuferische Base der Laufcampus Akademie, es geht in die Ideenschmiede der Seminare, es geht zu Butz@home. Das wird lecker 😉

Ich weiss immer noch nicht, wie lange Gisela tatsächlich in der Küche verbracht hat. Sie sagt, „…nicht lange.“ Ich bin fest davon überzeugt, dass sie schwindelt. Hej, überlegt doch mal: 20 Personen, 2 mal mittags, mindestens 4-6 Salate, frisches Brot, eine Streichpaste und 2-3 verschiedene Kuchen… 5 Tage wird sie mindestens vorbereitet haben…und 4 Nächte….mindestens!

Eines sei an dieser Stelle bemerkt: Wenn Ihr Lauftrainer werden möchtet, ist LaufCampus eine der besten Adressen. Da steckt ’ne Menge Wissen drin. Aber LaufCampus ist auch Business, denn mit diesem stimmigen Konzept verdienen Andreas und sein Team ihr Geld. Aber sie tun dies mit Empathie, Knowledge, Entertainment und Herz. Und dabei ist eines nicht selbstverständlich: fremde Menschen in Deinen persönlichen Wohn- und Lebensraum (Haus) zu lassen und dort zu bewirten. Das hat mich mehr als positiv überrrascht.

Der zweite Tag geht so positiv weiter, wie der erste geendet hat. Nur nebenbei sei bemerkt, dass ich unter dem Dach der Ordensschwestern sehr gut geschlafen habe.

Wir starten mit einem Film Die Geheimnisse des perfekten Läufers

Anschauen!

Neben der Analyse des LC1000 Test und weiterer grundlegender Theorie, werden wir heute 6x400m Intervalle laufen. Das ganze unter Vorgabe unserer auf Grundlage des LC1000 Test berechneten Pace, die man 5000m laufen könnte, übertragen auf eine mögliche Rundenzeit für 400m. Bei mir wären dies 1:43min. Puuh…komplizierte Sache, oder?!

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Und für mich wird es jetzt noch komplizierter. Euch jetzt eine kompakte Beschreibung der gesamten Intervalleinheit zu geben, fällt mir total schwer, und zwar, weil die gesamte Crew in einem komplexen Fahrtenspiel involviert ist. So I’ll try my best…. durch den LC1000 Test wurden verschiedene Geschwindigkeitsleistungsgruppen ermittelt. WIR LAUFEN BEI DEN FOLGENDEN INTERVALLEN OHNE UHR! Dadurch sollen wir sensibilisiert werden, ein korrektes Zeitgefühl für unsere Pace zu bekommen. Die langsamsten starten zuerst, die nächsten folgen im Abstand der Differenz der errechneten Rundenzeit für 400m……. Das ganze soll darin enden, dass alle unterschiedlichen Leistungsgruppen zur gleichen Zeit ins Ziel kommen….klar, die Schnellen schließen zu den Langsameren auf, vorausgesetzt jede Gruppe hat das richtige Zeitgefühl für seine Runde, denn es geht letzendlich darum, die eigene Geschwindigkeit richtig einzuschätzen… follow yourself… wir schaffen das und haben eine Menge Spaß. Auch wenn Ihr das jetzt vielleicht nicht verstanden habt, es hat funktioniert. Ich kann das aber hier nicht besser erklären. 😉 … No chance.

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Nach der Praxis geht es wieder in die Theorie, natürlich erst nachdem uns GISELA wieder mit ihrer vitalen Läuferküche verwöhnt hat.

Die letzten 3 Stunden dieser fantastischen zwei Tage….. Resumee, Rückfragen, Commercials, Perspektiven und Ausblicke….. natürlich abschließend the most important thing of all: der schriftliche Test. Ich habe bestanden! Ja, ICH! Und der war schwer!

Das Konzept der LaufCampus Akademie hat mir das Erlernen des Trainerwissens wirklich einfach gemacht. Andreas Butz ist ein sehr guter Motivator und Coach. Armand Rech steht ihm nicht nach, wenn er seinem Chef auch gerne den Vortritt lässt und die ein oder andere ironische Spitze ertragen muss. Und mit seiner Frau Gisela hat Andreas eine wirklich kompetente Partnerin.

Jetzt habe ich meine C-Lizenz in der Tasche. Mit Rahmen. 🙂 Und da meine Tasche nicht allzu groß ist, hängt der Rahmen jetzt an meiner Wand im Büro.

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